Sofortkontakt zur Kanzlei
Leonhard & Imig Rechtsanwälte Ihre Experten in Bergisch Gladbach
Rufen Sie uns an! +49 2204 97610
Senden Sie uns eine E-Mail! rae@leonhard-imig.de
Telefonisches Beratungsangebot erweitert: Datensichere Videotelefonie geschaltet
Blog
Aktuelle Fachbeiträge
 

Mietrecht Frieren oder Prozessieren?

Aktuelle Gaskrise wirkt sich unmittelbar auf laufende Mietverhältnisse aus

Der Krieg in der Ukraine hat zu einer Gaskrise auch in Deutschland geführt. Das Gas ist knapp und teuer, angesichts dessen lohnt es sich, den Verbrauch zu drosseln. Dies hat Auswirkungen auf laufende Mietverhältnisse. Einfach wäre es, wenn die Vermieter schlichtweg Gasheizungen abstellen würden. Ganz so einfach ist dies allerdings nicht.

Der Vermieter ist gesetzlich verpflichtet, seinen Mietern eine gebrauchsfähige Wohnung zur Verfügung zu stellen. Zwar ist im Gesetz keine Rede von einer Heizung, zweifelsohne müssen gemietete Räume jedoch ausreichend beheizbar sein. Wie warm es sein muss, dazu schweigt sich das Gesetz aus, eine Mindesttemperatur ist nicht vorgeschrieben. Gerichte mussten daher schon vielfach die Frage entscheiden, welche Temperatur ein Mieter verlangen kann. In der Regel gehen die Gerichte davon aus, dass in Wohnungen tagsüber eine Temperatur von mindestens 20 °C in Wohnräumen und 22 °C im Badezimmer erreicht werden muss. Nachts hingegen reicht in der Regel eine Mindesttemperatur von 17 bis 18 °C aus. Um Energie zu sparen, wird empfohlen, die Temperatur in den Wohnungen abzusenken. Gesetzlich vorgeschrieben ist diese Verringerung hingegen nicht. Die Vermieter sollen nun jedoch gesetzlich verpflichtet werden, ihre Gasheizungen zumindest überprüfen zu lassen, damit diese ordnungsgemäß funktionieren und optimal eingestellt werden können. Zugleich wird diskutiert, Hauseigentümern zur Auflage zu machen, einen sogenannten hydraulischen Abgleich zur optimalen Verteilung des Heizwassers durchführen zu lassen. Sinnvoll erscheint dies allemal, eine gesetzliche Verpflichtung hierzu gibt es (noch) nicht. Auch ist nicht damit rechnen, dass eine Gesetzesänderung eingeführt wird, wonach die Mindesttemperatur in Wohnungen beispielsweise bei 18° Celsius (tagsüber) und 16° Celsius (nachts) in Mietwohnungen ausreichend ist. Es ist aber gut möglich, dass Gerichte ein oder zwei Grad Celsius weniger als ausreichend erachten. Minderungsansprüche der Mieter kämen dann erst in Betracht, wenn 18 °C tagsüber unterschritten würden.

So sinnvoll eine Reduzierung der Raumtemperatur sein kann, um Energie zu sparen, so können sich hieraus Probleme ergeben. Der Mieter ist verpflichtet, dafür Sorge tragen, dass Schäden in der Wohnung vermieden werden. Hierzu gehört auch, alles zu unterlassen, was zu einer Schimmelbildung führen kann. Dies wiederum bedeutet, dass er die Wohnung ausreichend heizen und lüften muss. Geschieht dies nicht, kann sich in der Luft befindliches Wasser auf kalten Oberflächen absetzen, es bildet sich Kondensat, Schimmelbildung ist vorprogrammiert. Dies kann zu einer Gratwanderung des Mieters führen, welcher auf der einen Seite Heizenergie einsparen soll, auf der anderen Seite zu beachten hat, dass Frostschäden und Schimmel verhindert werden. Wie der Gesetzgeber und die Gerichte hierauf reagieren werden, ist offen.

Diesen Beitrag teilen

Arbeitsrecht
09.02.2026

Anspruch auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz – ein Irrglaube

Es kommt ständig vor, dass ein Arbeitnehmer ein ärztliches Attest vorlegt, aus dem sich beträchtliche Beschränkungen hinsichtlich seiner Einsatzfähigkeit ergeben. Oftmals besteht die Vorstellung, der Arbeitgeber müsse dies bei der Zuteilung von Arbeitsaufgaben quasi immer berücksichtigen. Irrtum. Das muss er nicht.

Beitrag lesen
Straßenverkehrsrecht, Verkehrsrecht, Verkehrsunfallrecht, Verkehrszivilrecht
13.10.2025

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern – Was passiert rechtlich, wenn es gekracht hat?

Zum 27.08.2025 hat in Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr begonnen und rund 180.000 Kinder wurden neu eingeschult. Viele Kinder, Eltern und auch andere Verkehrsteilnehmer sehen sich nun den Herausforderungen eines täglich zu bewältigenden und meist nicht ungefährlichen Schulwegs gegenüber. Was ist zu beachten, wenn es zu einem Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Kindes gekommen ist?

Beitrag lesen
Wohnungseigentumsrecht
17.09.2025

Klimagerät auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses – ist das erlaubt?

Der Normalfall: Ein Wohnungseigentümer darf durch bauliche Veränderungen eines anderen Wohnungseigentümers gegenüber anderen Wohnungseigentümern nicht unbillig benachteiligt werden.

Beitrag lesen