20/09 2018

Nur der Verwalter führt Beschlüsse durch

Nur der Verwalter führt Beschlüsse durch

Klarstellung des BGH, wer WEG-Beschlüsse durchführt und wer bei einer Pflichtverletzung haftet (BGH, Urteil vom 08.06.2018, Az. V ZR 125/17)

Florian Ernst

Florian Ernst

 

 

Der Bundesgerichtshof hat bezüglich einer höchst umstrittenen Frage für Klarheit gesorgt. Er entschied, dass die Pflicht zur Durchführung von Beschlüssen, welche Wohnungseigentümer einer WEG treffen, nur den Verwalter, nicht allerdings auch die Eigentümer selbst trifft. Sollte es zu Pflichtverletzungen des Verwalters kommen, weil dieser Beschlüsse nicht oder falsch durchführt, begründet dies allein Schadensersatzansprüche einzelner Eigentümer gegen den Verwalter. Diese haben aber nicht zugleich auch Schadensersatzansprüche gegen die Gemeinschaft der Eigentümer. Diese Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist insofern bemerkenswert, als dieser in einer Entscheidung aus dem Jahr 2012 die Frage noch anders beurteilt hatte. In der aktuellen Entscheidung stellt der Bundesgerichtshof darüber hinaus klar, dass ein einzelner Wohnungseigentümer gegenüber dem Verwalter das Recht hat, die Durchführung von gefassten Beschlüssen zu verlangen. Dieser Anspruch des Eigentümers gegenüber dem Verwalter kann auch im Rahmen einer Klage durchgesetzt werden.

Zurück Zum Fachanwalt

Leave a Comment