26/04 2017

Kindesunterhalt beim Wechselmodell

Kindesunterhalt beim Wechselmodell

Der BGH konkretisiert

Liza Katherine Rothe

Werden gemeinsame Kinder getrennt lebender bzw. geschiedener Eltern im Rahmen des so genannten Wechselmodells betreut, bei dem beide Elternteile gleiche Betreuungs- und Versorgungsanteile haben, haben grundsätzlich beide Elternteile für den Barunterhalt des Kindes einzustehen. Der BGH führt in seiner Entscheidung vom 17.01.2017 (Az. XII ZB 565/15) aus, dass sich der Unterhaltsbedarf des Kindes beim Wechselmodell nach Düsseldorfer Tabelle unter Zugrundelegung des zusammengerechneten Einkommens beider Elternteile berechnet. Hinzuzurechnen sind in der Regel bestehende Mehrkosten des Wechselmodells, z.B. erhöhte Wohn- und Fahrtkosten. Der Haftungsanteil eines jeden Elternteils wird sodann unter Vorwegabzug seines so genannten angemessenen Selbstbehaltes verhältnismäßig, d.h. nach dem Anteil am Gesamteinkommen ermittelt. Der von dem jeweiligen Elternteil während seiner Betreuungszeit geleistete Naturalunterhalt führt nicht dazu, dass der Barunterhaltsanspruch gänzlich entfällt. Er stellt lediglich eine Teil-Erfüllung des Unterhaltsanspruchs dar.

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