29/11 2018

Der Weg zwischen dem Zuhause und der Arbeit immer ein Wegeunfall mit dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung?

Der Weg zwischen dem Zuhause und der Arbeit immer ein Wegeunfall mit dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung?

 

 

Barbara De Icco Valentino

Wie Sie vielleicht in unserem Artikel in der GL Kompakt, Ausgabe Dezember 2018/ Januar 2019 (link: www.glverlag.de/gl-kompakt ) gelesen haben, haben wir bereits erklärt, dass der Weg zwischen dem Zuhause und der Arbeit und zurück nicht immer ein Wegeunfall ist, bei welchen man den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft genießt. In der aktuellen Entscheidung ging es um dieselbe Frage: Wegeunfall – ja oder nein?

Was war passiert?

Die Klägerin war Arbeitnehmerin eines Hotels im Frankfurt und überquerte auf dem Heimweg vom Hotel telefonierend einen unbeschrankten Bahnübergang. Sie wurde von einer Bahn erfasst und schwer verletzt. Die Berufsgenossenschaft (BG) lehnte ab, den Unfall als Wegeunfall und damit als Arbeitsunfall anzuerkennen.

Wie entschied das Gericht?

Das Sozialgericht Frankfurt am Main wies die Klage gegen die beklagte BG ab. Grundsätzlich habe zwar Versicherungsschutz für den Heimweg bestanden, allerdings nicht für das gleichzeitige Telefonieren mit dem Handy. Insoweit liege eine sog. gemischte Tätigkeit vor. Ein Wegeunfall sei nur gegeben, wenn der Unfall im Wesentlichen durch die versicherte Tätigkeit entstanden sei. Die Klägerin sei im vorliegenden Fall durch das Telefonieren derart abgelenkt gewesen, dass ihre Wahrnehmbarkeit für den Verkehr erheblich eingeschränkt gewesen sei. Hier, so das Gericht, habe sich auf dem Weg der Klägerin eben nicht das allgemeine Wegerisiko verwirklicht, sondern die nicht versicherte Tätigkeit und zwar das Telefonieren mit dem Handy.

Also wie bereits in den beiden Urteilen, die wir in der GL-Kompakt skizziert haben, ist nicht alles was sich auf dem Weg vom oder zum Arbeitsort abspielt auch ein Wegeunfall. Umso wichtiger ist es, im Falle eines Unfalls einen Rechtsanwalt zur Beratung aufzusuchen, welcher Sie über Ihre Ansprüche aufklärt und diese im zweiten Schritt für Sie durchsetzt.

Die hier natürlich deutlich verkürzte Entscheidung kann im Volltext gerne nachgelesen werden: Sozialgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 18.10.2018, AZ.: S 8 U 207/16.

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