04/04 2017

Das Wechselmodell

Das Wechselmodell

Anordnung gegen den Willen eines Elternteils?

Liza Katherine Rothe

Der BGH hat am 01.02.2017 (Az. XII ZB 601/15) entschieden, dass unter bestimmten Umständen das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils im Umgangsverfahren auch gegen den Willen des anderen Elternteils ein so genanntes Wechselmodell anordnen darf. Darunter versteht man, dass ein Kind nach der Trennung seiner Eltern von beiden zu gleichen oder ähnlichen Teilen versorgt und betreut wird, z.B. eine Woche bei dem einen und die andere Woche bei dem anderen Elternteil lebt, im Gegensatz zu dem vielfach praktizierten Residenzmodell, bei dem das Kind seinen Hauptaufenthalt bei einem Elternteil hat. Entscheidender Maßstab einer solchen Anordnung ist nach wie vor das Kindeswohl, das von dem Gericht im Einzelfall zu prüfen ist. Das Wechselmodell muss im Vergleich zu anderen Regelungen dem Kindeswohl am besten entsprechen. Voraussetzung hierfür ist insbesondere, dass zwischen den Eltern Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und -bereitschaft besteht, denn das Wechselmodell stellt erhöhte Anforderungen an die Eltern, z.B. was erhöhten organisatorischen Aufwand und diesbezügliche Absprachen betrifft.

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